Gießen: Mannschaftsgeist verhalf zum dritten Platz

Knappe Spiele, viel Einsatz und Spaß, ein verdienter dritter Platz und leider auch eine Verletzung – so lässt sich das Turnier in Gießen wohl am besten zusammenfassen: Am 5. März 2011 trat eine Delegation von Torpedo Phoenix zum Turnier „Genießen in Gießen“ Gießen an – und fuhr durchweg zufrieden am späten Abend nach Hause. Dabei hatte es am Anfang nicht so gut ausgesehen: Mit nur einem Punkt verlor das Team ihr erstes Spiel gegen die Frankfurter Mannschaft „Eine Handvoll Kuchen“. Die Phoenix-SpielerInnen Johanna, Sabrina (Ladies first), Stefan S., Stefan B., Fabian, Crispin, Moritz, Malte und Steffen waren ein wenig deprimiert, aber auch wachgerüttelt und wollten im nächsten Spiel alles besser machen – und fingen sich gleich in der nächsten Begegnung einen Callahan ein. Toller Start.

Dann riss sich die Mannschaft jedoch zusammen, feuerte sich gegenseitig an, auch wenn mal ein Wurf daneben ging oder eine Scheibe nicht gefangen wurde. Der Team-Geist baute die Torpedos auf und verhalf ihnen diesmal zu einem Sieg mit einem Punkt Vorsprung. Das eindeutige Fazit nach dem Spiel: Zu viele lange Pässe hatten dem Gegner in die Hände gespielt, das Kurz-Pass-Spiel war jedoch die Stärke der Phoenix-Truppe und sollte im nächsten Spiel ausgebaut werden. Doch genau das erwies sich als Trugschluss: In der dritten Begegnung gerieten die Angriffe von Torpedo Phoenix immer knapp vor der Endzone ins Stocken. Die Gegner konterten mit langen Pässen und gingen in Führung. Ein langer Pass hatte sogar schwere Konsequenzen für die Dortmunder Delegation: Stefan B. knickte bei einem Abwehreinsatz um und konnte sich von alleine nicht mehr aufrichten. Er schied für das restliche Turnier aus und fand seine neue Berufung als Moderator und unterhielt die Halle mit Kommentaren und seinem manchmal etwas recht eigentümlichen Humor. Die Dortmunder dachten sich nach seinem Ausscheiden dann wohl: Jetzt erst recht! Intuitiv stellte jede/r SpielerIn sein Verhalten um: Die Torpedos standen eher tief, verhinderten so die langen Pässe der Gegner und punkteten mit zielgenauen Overheads. Dortmund schaffte das Unentschieden und landete in der Gruppe auf dem zweiten Platz.

Im Viertelfinale hielt der gute Spirit weiter an und die Torpedos besiegten eine Anfängertruppe deutlich mit 17:4. Im Halbfinale ging es gegen Mainz: Das Gegner-Team startete mit ihrem üblichen Cheer „Alles Mainz“, woraufhin die Dortmunder mit „Alles unser!“ konterten; die Mainzer Truppe war dadurch verwirrt und eingeschüchtert (so zumindest die Vermutung) und beging in den ersten Spielminuten viele Fehler. Torpedo Phoenix hingegen legte gleich motiviert los und ging mit zwei Punkten in Führung. Dann fingen sich jedoch die Mainzer und wurden ihrer Favoriten-Rolle gerecht: Obwohl die Dortmunder Mädels ihre Gegenspielerinnen – die teils in der ersten Liga spielen – mit Bravour deckten und einige gefährliche Pässe verhinderten, reichte es nicht. Mainz war technisch überlegen und vielleicht auch ein wenig besser eingespielt als das Dortmunder Team, das zum ersten Mal in dieser Konstellation antrat. Mit zwei Punkten verloren die Torpedos und spielten so um Platz Drei. Trotz der Niederlage war die gute Stimmung ungebrochen, man hatte schließlich kämpferisch alles gegeben. Niemand war sonderlich enttäuscht, gegen den späteren Turniersieger verloren zu haben.

So gewann Dortmund das Spiel um Platz Drei auch relativ souverän. Die SpielerInnen waren sich einig: Es war ein klasse Turnier. Auf der Siegerehrung freuten sie sich über Süßigkeiten und einen sprudelnden Asti-Sekt – den eine Spielerin am selben Abend noch bei gemütlicher Runde fast im Alleingang austrank. Die anderen hatten aber kein Problem damit. Das ist eben wahrer Mannschaftsgeist.

Steffen

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